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Nach meinem Memmingen-Erstflug, wollte ich auch die Chance auf den Grenoble Erstflug der TUIfly ab Hamburg nutzen. Da die Strecke ebenfalls ab Köln neu im Programm ist, bot es sich an, auf dem Erstflug Köln-Grenoble zurück zufliegen, welche knapp eine Stunde nach dem Hamburg Abflug starten sollte. Bei größerer Verspätung ex Hamburg, hätte man natürlich drauf verzichtet. Da TUIfly nur einmal in der Woche das französische Ziel ansteuert und sonst dort recht wenig los ist, flugtechnisch.

Mit 10:55 Uhr Abflugzeit, sogar sehr human, sodass ich nicht allzu früh aus dem Haus musste. Am Flughafen eingecheckt und dann durch die Sicherheitskontrolle ans Gate. Hier rollte schon bald die Boeing 737-800 "FW" der Hapagfly vor, mit der Maschine war ich zwei Tage vorher bereits nach Köln geflogen, so viel zur Abwechslung. Ebenfalls auf diesem Flug einige bekannte Gesichter von früheren Flügen, so erfuhr ich auch, dass der Köln Erstflug wohl etwas Verspätung hätte. Wie im Sommer zum FMM-Erstflug, gab es auch diesmal wieder das Posing der Crew mit Torte vor der Maschine, man hatte Glück und der Regen hatte grad mal aufgehört. Fast pünktlich begann das Boarding, es war schnell abgeschlossen, so voll war der Flug nicht.

Es ging dann in den trüben Dezember Himmel, servicemäßig gab es auf diesem Flug den normalen Verkaufsservice, die eine Stunde irgendwas hält man auch prima ohne etwas aus. Wie eigentlich immer bei Hapag war die Crew super gelaunt und freundlich, und man brachte uns überpünktlich ins französische Grenoble, mit dem Hinweis doch diesen Zeitvorsprung bei der nächsten Verspätung von einem TUIfly Flug zu verrechnen. Da ahnte ich allerdings noch nicht, wie schnell ich dazu kommen würde.

Schnell raus aus dem Flieger, ein paar Bilder gemacht und gleich erstmal den Checkin Schalter für den Rückflug aufgesucht. Hier war noch nicht wirklich was los, wie sich rausstellte, waren allerdings etliche Hamburger auf den Köln Rückflug gebucht. Schon bevor ich am Checkin dran war, konnte ich raushören, dass der Rückflug, oh Wunder, wohl später gehen würde. Da ich in Köln genügend Zeit für meine Heimreise per Bahn haben sollte, machte ich mir da noch keine Sorgen. Als ich an der Reihe war, musste ich erstmal warten, da es doch einige Hamburger Passagiere gewagt haben, zurück nach Hamburg zu fliegen und an Bord bleiben durften, diese brauchten allerdings noch ihre Bordkarten, welche erstmal gedruckt werden mussten. So viel Glück an Bord bleiben zu dürfen, hatte ich selbst in Nepal an Bord einer bangladeschenen Airline nicht.
 
So, nun widmete man sich mir, ich erfuhr, dass die Maschine wohl zwei Stunden später abfliegen würde und ich mir am Ticketschalter einen Verpflegungsgutschein abholen könnte. Super, hatte für Hin- und Rückflug nur 2 Euro gezahlt und nun gab es dafür auch noch ein Wasser und Baguettebrötchen. Jetzt hieß es warten und warten und warten, da es sich nicht wirklich lohnte in die Stadt zu fahren, welche 60km entfernt liegt. Der Flughafen war auch schnell komplett besichtigt und zum Spotten gab es zu wenig Verkehr. Die Zeit zog sich fürchterlich in die Länge. Ab und an wurde die Anzeigentafel aktualisiert und die Verspätung wurde immer größer. Grauslich. Langsam würde es auch knapp werden, am selben Tag noch nach Hause zu kommen. Irgendwann blieb es dann dabei, dass die Maschine gegen 17:30 abfliegen sollte, also dann gegen 17 Uhr langsam durch die Sicherheitskontrolle und weiter in den Warteraum. Kurz darauf landete dann die Boeing 737-700 "XE", eigentlich sollte Germania mit einer Boeing 737-300 den Flug durchführen, doch die Maschine war den Tag über AOG. Doch später mehr. Lustig anzusehen war, dass an diesem Tag jede Menge Personal (Jugendliche) wohl für die kommende Wintersaison am Airport geschult wurden und die Passagiere zum Ankunftsbereich leiten sollten und so. Waren wohl mehr Anzulernende als Fluggäste.

Auch das Boarding wurde wieder von den Jugendlichen übernommen, natürlich unter Anleitung. Da auch dieser Flug schlecht ausgelastet war, war das Einsteigen schnell beendet und wir konnten uns auf den Rückweg nach Köln machen. Abflug nun 17:20 Uhr statt 14:05 Uhr. Der Kapitän erklärte, warum es zu der Verspätung kam. Die ursprünglich eingeplante Maschine hätte einen Defekt gehabt und so musste diese Maschine mit Standby Crew aus Hannover eingeflogen werden, dafür hätten wir aber eine nagelneue Maschine, welche nun ihren zweiten Linienflug absolvieren würde. Sie war wohl erst kurz zuvor von Boeing ausgeliefert worden. Schon klasse, alles noch so sauber und unbenutzt. Während des Fluges gab es als Entschuldigung ein Heißgetränk als kleine Entschuldigung auf Kosten des Hauses. War wieder einmal ein sehr angenehmer Flug mit X3. Kurz nach 18:30 landeten wir dann in Köln-Bonn.

Hier musste ich dann erstmal sehen, wie ich jetzt am schnellsten und vor allem noch heute zurück nach Lüneburg komme. Zusammen mit den alten und neuen Bekannten, machten wir uns auf den Weg zum Flughafenbahnhof. Der einzige Automat, welcher auch Fahrplanauskunft erteilen sollte, zeigte leider noch die Zeit von vor der Zeitumstellung. Somit war es unmöglich die Funktion "Abfahrt ab sofort" zu nutzen, toll. Also einfach den Fahrplan für eine Woche später genommen, natürlich nicht daran gedacht, das dazwischen Fahrplanwechsel ist. Am Bahnsteig von allen verabschiedet und dann erstmal mit der S-Bahn zum HBF. Hätte ich es gewusst, wäre ich in den ICE am Bahnsteig gestiegen und alle folgenden Probleme wären nie aufgetaucht, aber das wollte ich nicht in Sekunden entscheiden, den Fahrplan ab HBF hatte ich ja.

Dort angekommen zum angegeben Gleis gehastet, festgestellt der Zug fährt ganz woanders hin, zurück zum nächsten Automaten und nochmal nach Zügen geguckt. Diesmal eine andere Zugverbindung gewählt und quasi noch auf den Zug aufgesprungen, dieser fuhr schon mit 2 Minuten Verspätung aus Köln weg. Gar nicht gut, da ich in Dortmund nur 11 Minuten zum Umsteigen haben würde, übrigens auf den ICE, in welchen in am Flughafen nicht einsteigen wollte. War natürlich klar, dass von Halt zu Halt die Verspätung anwuchs, vor irgendeinem Bahnhof wurden wir dann noch von einem Zug mit Dampflok überholt, naja. Beim letzten Halt vor Dortmund hatten wir 10 Minuten Verspätung, es gab vom Zugchef die Ansage, dass der ICE nach Berlin geschafft würde, da der Zug hinter uns sei. Beruhigend zu wissen, außerdem sollte der Zug am selben Bahnsteig abfahren. Ankunft Dortmund, das Drama nimmt seinen Lauf. Vor 2 Minuten hätte der ICE abfahren sollen, alle raus aus dem Zug, gespannt auf die Anzeigetafel am Nachbargleis geguckt, leer.

Das kann nicht sein. Ziemlich schnell macht es die Runde, dass der ICE eine Minute vor unserer Ankunft abgefahren ist. Langsam sammelt sich die Masse bei der Zugabfertigung, es kommt die Bestätigung, der ICE ist pünktlich auf Verlangen des Zugführers abgefahren. Man wisse nichts davon, dass man hätte Warten sollen. Die verantwortliche Dame fühlt sich nicht verantwortlich und schließt sich kurzer Hand in ihrem Kabuff ein. Es kommt zu Pöbeleien, es fließen Tränen und es macht sich bei einigen die Verzweiflung breit. Da gerade Richtung Berlin dies heute die letzte Möglichkeit war, ich würde zwar mit Stunden Verspätung immer noch bis Hamburg HBF kommen. Ich klärte vorsichtshalber schon mit meinem Vater per Telefon, ob er mich denn in Hannover oder Harburg zur Not abholen würde. Außerdem kommt es noch zum Streit zwischen Zugchef unseres Zuges und der Dame der Zugabfertigung, scheinbar hat der ICE uns in Bochum überholt. Einer schob die Schuld auf den anderen, man versprach sich zu kümmern, aber ohne Eigeninitiative würde ich heut wohl immer noch am Bahnsteig in Dortmund stehen.

Durch Zufall traf ich noch wieder einen Mitpassagier von GNB-CGN, der ebenfalls nach Hamburg musste, zusammen machten wir uns dann auf zum Service Point. Hier gab man sich große Mühe und war sehr freundlich, allerdings auch etwas verärgert, dass die Leitzentrale so einen Bock geschossen hatte. Ich sollte nun mit dem letzten IC via Bremen nach Hamburg fahren und mich dort erneut am Service Point melden, dann würde ich entweder ins Hotel kommen oder mit dem Taxi nach Lüneburg gefahren werden, per Telefon warnte man schon mal Hamburg vor. Nun hieß es aber mal warten und warten, es war arschkalt und es nieselte. Ein Wunder, dass ich mir keine Erkältung weggeholt habe. Mittlerweile war es 22:30 Uhr, der IC kam mit Verspätung und zumindest war man nun der Kälte erstmal entflohen. Die Verspätung summierte sich bis Hamburg weiter auf. Gegen 1:30 Uhr erreichten wir endlich den Hamburg HBF. Dort zum Service Point und wenigstens das klappte, es standen schon Taxifahrer bereit, und es ging ab Richtung Lüneburg.

Das leider in einem Höllentempo bei schlechtestem Wetter, es goss in Strömen und ich ließ die Augen lieber die ganze Fahrt geschlossen um nicht das nahende Ende zu sehen. Etwa 2:15 Uhr hielt das Taxi dann vor der Haustür, ich hatte es überlebt und war außerdem um die Erkenntnis reicher, dass man selbst mit einem 19,99 Euro Rail&Fly Ticket volle Rechte hat. Erschöpft ging es ins Bett, der Tag hatte für 22 Euro Flug- und Bahnticket einiges geboten, doch manchmal ist weniger mehr, finde ich.

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