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Als zweite gratis Buchung sollte es diesmal nach Kairo gehen, eigentlich hat mir Ägypten im Jahr 2005 gar nicht gefallen aber die Pyramiden wollte ich schon noch sehen. Gebucht war Berlin-Kairo-Köln, kurz vor Abflug buchte ich noch Köln-Hamburg, da es billiger wurde als mit der Bahn zu fahren. Als Hotel hatten wir zunächst ein Hotel in der Innenstadt reserviert, überlegten dann, ob wir nicht auch das inzwischen berühmte Hotel Concorde buchen, aber entschlossen uns dann doch für das Intercontinental Citystars in Heliopolis.

Den Tag vor Abflug erwischte es mich dann, lag mit knapp 40 Grad Fieber im Bett und glaubte nicht wirklich dran, dass ich am nächsten Abend nach Ägypten fliegen könnte. Zum Glück hatte ich mich etwas erholt und konnte mich am frühen Nachmittag mit der Bahn auf den Weg zum Berliner Flughafen Tegel machen, welchen ich kurz vor 19 Uhr erreichte. Der Wintereinbruch hätte ruhig noch einen Tag auf sich warten lassen können. Ich erwarte zunächst meine Reisebegleitung, die aus Köln landen sollte, danach machten wir uns gemeinsam auf zum Checkin.

Hatten dann nicht noch groß Lust rumzulaufen und machten uns auf zum Gate im D-Bereich des Airports, hier war nicht mehr wirklich viel los. Etwas gelesen und gegen 21:30 Uhr begann dann das Boarding, mit dem Bus ging es dann zur Maschine, eine Boeing 737-800. Da die Maschine recht leer war, konnten wir uns jeweils eine Dreierbank sichern. Nach dem Enteisen der Maschine ging es auf Richtung Süden, Flugzeit sollte heute nur 3,5 Stunden betragen, somit überpünktliche Landung in Kairo erwartet.

Recht bald nach dem Start gab es dann etwas zu Essen, heute entschied ich mich für die vegetarische Pasta, nachdem ich zuletzt schon genügend Hühnchen hatte, schmeckte sogar sehr lecker.
 
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Statt medialer Bordunterhaltung sorgte meine Begleitung für die Unterhaltung, sonst wird immer gemeckert, dass die Flugzeug-Becher zu klein sind, diesmal wohl gut so. Immerhin ist alles schnell wieder getrocknet. Und ich war froh, nicht daneben zu sitzen und mitzuschwimmen. Aber sich vorher noch drüber lustig machen, dass ich wegen des Gewackels auf Tomatensaft verzichte.

Fast 30 Minuten zu früh landeten wir dann in Kairo. Zunächst ein Besuch im Duty-free, danach etwas Geld getauscht und für 15US$ ein Visum gekauft, gar nicht so leicht den Aufkleber im Ausweis zu platzieren. Lag vielleicht auch nur an der unchristlichen Uhrzeit, kurz vor 3 Uhr morgens. Einreise ging dann aber sehr fix, Koffer waren schon da und dann ein Taxi gesucht. Hatten überhaupt keinen Bock mehr groß zu suchen und zu verhandeln, daher wurde es die teuerste Fahrt des Aufenthalts, immerhin gab es Sicherheitsgurte und einigermaßen akzeptable Fahrweise.

Im Hotel erstmal von der Optik beeindruckt, schnell eingecheckt und hoch aufs Zimmer. Einfach nur toll. Es gibt bequeme Betten und auch sonst hat das Zimmer einen guten Eindruck hinterlassen.

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Sachen ausgepackt und ins Bett, inzwischen war es kurz nach 4 Uhr, um 9 Uhr wollten wir wieder aufstehen. Hatten gedacht, dass wir mit offenem Fenster schlafen können, aber um 5 Uhr wurden wir vom Muezzin geweckt. Fenster zu und weiterschlafen. Um 7 Uhr bricht Höllenlärm los, waren die drei Telefone die gleichzeitig klingelten, "Ihr 7 Uhr Weckruf" - "Ich hab keinen Weckruf bestellt" - "Entschuldigung". Ich glaub es nicht. Naja, bis 9 Uhr konnten wir dann ungestört weiterschlafen.

Dann ganz langsam fertig gemacht, aufm Zimmer ein kleines Frühstück, bestehend aus Knäckebrot, Schmierkäse und Schweinemettwurst, hat sich alles im Koffer angefunden, zu uns genommen. Danach erstmal eine Runde an den Pool zum Schwimmen. Fanden es dann so gemütlich dort in der Sonne, dass wir beschlossen bis nachmittags dort zu bleiben und erst dann in die Stadt zu fahren. Aber man kann die Zeit ja gut mit Sonnen, Schwimmen und Dösen rumbekommen. Danach aufs Zimmer fertig gemacht und in der City Stars Mall erstmal etwas gegessen und ein paar Lebensmittel gekauft.

Dann ging es mit dem Taxi in die Innenstadt, für 30 EGP ging es in knapp 30 Minuten bis zum Tahir Square, dem zentralen Knotenpunkt in Kairo. Dort liegt auch das ägyptische Museum. Ziemlich schnell haben wir festgestellt, dass man im Straßenverkehr in Kairo immer mit einem Bein im Grab steht. Also fast ein Wunder, dass ich diese Zeilen jetzt schreiben kann. Sind etwas in der Gegend rumgelaufen, haben versucht Straßen zu überqueren und sind irgendwann am Nil gelandet.

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Hier war richtig was los. Es lagen dutzende buntbeleuchtete und mit Musik belärmte Feluken am Ufer. Wir wurden relativ schnell angesprochen, ob wir nicht mitfahren möchten, bei 2 EGP für 20 Minuten brauchten wir nicht lange überlegen. Also ging es auf ein nach Benzin stinkendes, beleuchtetes Discoschiff. Wir waren die einzigen nicht Ägypter, irgendwie cool.
 
 
Wir mussten noch warten bis alle Plätze voll waren und dann ging es los.
 
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Kaum abgelegt, begann auch schon der Balztanz der Jugendlichen. Interessant anzusehen, echt, landschaftlich gab es auf den 200 Meter nicht so wirklich etwas zu sehen. Es gab eine Extrarunde und so wurden es dann mehr als 20 Minuten, das reichte dann auch wirklich.
 
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Weiter am Ufer entlang über die Brücke des 6. Oktober und dann auf der Insel Richtung Tahir Brücke und zurück zum Tahir Square. Dort noch ein wenig in der Gegend rumgelaufen, einen Tee getrunken und dann kurz vor 22 Uhr ein Taxi gesucht. Hätten wir bloß ein anderes genommen, es ging rasend und unter Missachtung sämtlicher Verkehrsregeln Richtung Hotel, hab teilweise gedacht, das war es. Noch schnell in die Mall einen Gute-Nacht-Happen gegessen und dann ab ins Bett.

Am Sonntag sollte es zu den Pyramiden gehen, daher heute etwas früher aufgestanden, 7.30 Uhr klingelte der Wecker und um kurz nach 9 Uhr wollten wir dann los. Um die Taxifahrt heute etwas lockerer zu überstehen, gab es noch ein Tässchen, Gläser gabs leider keine mehr, Prosecco. Vor dem Hotel dann ein Taxi genommen und für 50 EGP nach Gizeh zu den Pyramiden fahren lassen. Genauer gesagt, zum Pizza Hut vor den Pyramiden, weil dort angeblich jemand auf uns wartet. Der Fahrer versuchte zwar immer wieder zu erzählen, wie groß das Gelände ist und man am besten dort reitet, aber meine Standardantwort hieß "Pizza Hut". Die Fahrt war echt ok, oder lag es an unserem Doping? In Gizeh versuchte der Fahrer noch kurz sein Glück uns in einem Büro abzuladen, den Typen hatte er vorher schon per Handy informiert. Aber wir hatten ja keine Zeit also wurden wir dann kurz nach 10 Uhr tatsächlich beim Pizza Hut abgeladen und nicht weiter belästigt.

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Ein erster Blick auf die Sphinx und die Pyramiden war eher enttäuschend. Naja. Für 60 EGP eine Eintrittskarte gekauft und dann aufs Gelände. Zunächst ein wenig die Sphinx bestaunt, danach zunächst zur Cheops Pyramide, die eigentlich größte der drei Pyramiden (allerdings fehlt oben ein Stückchen, daher ist die Chephren Pyramide höher).

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Dort wurden wir freundlich von einem "offiziellen" Mitarbeiter angesprochen, da wir genauso "offiziell" als Presse unterwegs waren, fanden wir uns Schwups in der Grabkammer der kleinen Pyramide der Königin Henutsen wieder, nein, nicht weil Presse böse ist, sondern wohl gut Trinkgeld zahlen würde. War interessant und ausreichend, hätte weder in der Cheops noch Chephren Pyramide da runter kriechen wollen.

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Danach noch ein wenig um die Cheops rumgelaufen und dann weiter zur Chephren Pyramide. Hinter dieser liegt die kleine Mykerinos, hierher verirrt sich kaum noch jemand. Langsam reichte es, die Sonne brannte, und das im November, die Luft war staubig und sandig wie nix, wir übrigens inzwischen auch (die Badewanne wies am Abend einen deutlichen Schmutzrand auf).

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Dann verließen wir das Gelände, um noch ein wenig in Gizeh rumgelaufen. Wir fanden auch einen Bäcker mit leckeren Teigwaren.
 
 
Der Straßenlärm war unerträglich, vor Schulen wurde man begafft wie nix und beim Überqueren von Straßen entkamen wir manchmal nur knapp der Motorhaube.

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Mit dem Taxi dann wieder zum Tahir Square gefahren, dort wussten wir wenigstens erstmal wo wir waren. Dann entschieden, dass wir uns Alt-Kairo anschauen wollen, also mit der Metro bis zur Station Mar Girgis gefahren. Metro fahren ist spottbillig, kostete 1 EGP. Einige Metrowagen sind nur für Frauen, aber der größte Teil ist gemischt. Wir hatten also nicht das Problem, ob ich eher in den Frauenwagen passe oder meine Begleitung in den Männerwagen. In Mar Girgis hat man gleich eine schöne Kirche vor sich, ebenso das Koptische Museum.
 
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Rechts entlang kommt man schnell zur Hängenden Kirche, der wohl bekanntesten koptischen Kirche. Der Name kommt wohl von der Lage der Kirche, sie hängt nicht wirklich. Weiter die Straße lang, schon etwas unheimlich hier.

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Es ist so wahnsinnig ruhig, ist man gar nicht mehr gewohnt. Wir fanden dann den Hintereingang zum St. Georg Friedhof, sehr interessant, die Gräber sind kleinen Häusern nachempfunden. Dann ein wenig durch das alte koptische Kairo gelaufen, ist wohl mit der älteste Teil der Stadt. Wirklich sehenswert. Es dämmerte langsam.

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Also noch ein wenig in der Gegend rumgelaufen und dann ein Taxi gesucht. Eine schlimmere Wahl hätten wir nicht treffen können. Eigentlich wollte der Fahrer nicht für den gebotenen Preis fahren, überlegte es sich dann doch, obwohl, wie sich später zeigte, er überhaupt nicht wusste, wo er hin muss. Wir fuhren achtmal ums Eck und im Zickzack durch Kairo, immer wieder musste er Kollegen nach dem Weg fragen. Außerdem stank es unerträglich nach Benzin im Wagen. Wir brauchten fast eine Stunde für das Stück. Wir waren überglücklich, dass wir überhaupt ankamen. Dann aufs Zimmer, geduscht und ein Stündchen ausgeruht. Dann nochmal in die Mall zum Abendessen und ein wenig schauen. Später müde ins Bett gefallen.

Montag nochmal rechtzeitig aufgestanden, gefrühstückt und noch die letzten Stunden genutzt um noch ein wenig in der Sonne zu schmoren und zu baden. Wir hatten keine Lust nochmal in die Stadt reinzufahren, unser Ziel die Pyramiden zu sehen, hatten wir erreicht. Jetzt war wieder relaxen angesagt, muss auch mal sein.

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Wir konnten bis 15 Uhr das Zimmer behalten, gingen dann nochmal schnell in die Mall das letzte Geld ausgeben und ließen uns dann mit einer Hotellimousine zum Flughafen fahren, wo wir kurz nach 16 Uhr ankamen.

Recht schnell eingecheckt und dann auf zur Passkontrolle, hier standen wir und standen wir und standen wir, endlich dran ging es dann doch zügig. Was sind das eigentlich für Leute, die eingehüllt in Handtüchern rumlaufen? Noch ein wenig warten, einmal das Gate wechseln und dann ging es durch die Sicherheitskontrolle direkt am Gate in den Warteraum. In Ägypten darf man inzwischen Flüssigkeit auch nur noch nach dem bekannten Prinzip mitnehmen, aber die 0,5 Liter Wasserflasche, 0,33 Liter Cola Dose und 200ml Rosenwasser haben niemanden interessiert. Gab zwischenzeitlich einen Systemabsturz am Röntgengerät, was soll's.

Mit dem Bus ging es dann zum Flugzeug, wieder eine 737-800, dieselbe Maschine, die mich 2 Wochen zuvor nach Tel Aviv gebracht hat. Fast pünktlich ging es dann in die Luft. Flugzeit diesmal 4 Stunden und 15 Minuten, Ankunft "On time". Kurz nach dem Start gab es dann ein warmes Abendessen, Pasta oder Hühnchen, nahm diesmal das Hühnchen, war wieder die Piccata und ganz lecker.

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Den Flug vertrieb ich mir mit Schlafen, Lesen und Essen. Um 21:45 Uhr hatte uns das Winterwetter in Deutschland wieder, die Passkontrolle ging wie schon 2 Wochen zuvor sehr schnell, das Gepäck kam auch rasch. Dann zum Auto geschlittert, wo uns zugefrorene Türen erwarteten. Wir waren allerdings kein Einzelschicksal, wir bekamen den Tipp Wasser drüber zu kippen und es ging wirklich. Dann das kurze Stück nach Bonn gefahren, wo ich noch eine Nacht bleiben sollte bevor es am nächsten Morgen nach Hamburg gehen sollte.

Nach weniger als 4 Stunden Schlaf ging es dann kurz nach 5 Uhr wieder Richtung Airport, schnell den Koffer aufgegeben und durch die Sicherheitskontrolle. Zum Glück war um diese Uhrzeit nichts los. Noch ein wenig am Gate gewartet und dann pünktlich den Flieger nach Hamburg geboardet.

Endlich mal wieder ein "neuer" Flieger für mich, die Boeing 737-700 flog zuvor bei Hamburg International und besitzt noch deren Bestuhlung, soll wohl recht eng sein, interessierte mich in Reihe 1 mit freiem Mittelplatz (wohl mit der einzige auf diesem Flug) aber recht wenig. Den Flug über verschlief ich, wachte erst wieder im Endanflug auf. Wir landeten überpünktlich in Hamburg, das Gepäck kam zum Glück schnell und ich erwischte noch einen Bus mit dem ich meinen Zug um 9 Uhr bekommen sollte. Keine 30 Minuten später erschien ich zwar etwas müde aber doch glücklich auf der Arbeit.

Insgesamt hat mir dieser Ausflug gutgefallen, gerade wegen der Mischung aus wenig Kultur und viel Erholung. Meine Meinung zu Ägypten und Ägyptern hat sich nicht wirklich positiv geändert, werde aber irgendwann nochmal eine Nilkreuzfahrt in Angriff nehmen.

Alle Bilder aus Kairo gibt es hier >>klick<<.