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Es ist inzwischen zwar schon über 2 Jahre her, aber jetzt konnte ich mich auch endlich noch aufraffen, den Bericht zu meinem ersten Urlaub, den ich alleine machte, zu schreiben.

Eigentlich war für Herbst 2004 Sri Lanka geplant, zu der Zeit konnte ich dann aber doch nicht, es kam der 2. Weihnachtsfeiertag 2004 und der Tsunami verwüstete Teile Südostasiens, so auch Sri Lanka. Da ich aber urlaubsreif war und nicht wusste, wann man wieder normal nach Sri Lanka fliegen kann, entschied ich mich Neujahr 2005 recht spontan für eine Woche Ägypten in Hurghada, neben den Kanaren die einzige Alternative um zu dieser Jahreszeit etwas Sonne und Wärme zu bekommen ohne 9 Stunden fliegen zu müssen.

Am 20.1.2005 sollte es dann endlich losgehen, ich war mächtig aufgeregt, denn damals war fliegen und verreisen für mich auch noch nicht normal. Zunächst sollte es mit Hapag-Lloyd (aka Hapagfly aka TUIfly) ins Air Berlin Drehkreuz nach Nürnberg gehen und dann mit Air Berlin nach Hurghada. Hapag-Lloyd wurde damals noch im alten Terminal 1 abgefertigt, war mein letzter Flug von dort, denn im Mai desselben Jahres, war dann endlich das neue Terminal 1 fertig. Morgens gegen 5 Uhr eingecheckt und dann langsam zum Gate aufgemacht, draußen tobte ein Wintersturm, es schneite und war furchtbar ungemütlich. Ich freute mich auf ein paar Tage Sonne. Am Gate stand die D-AHLA, ein A310-300, bereit.

Das Boarding begann bald und die Maschine konnte dann wie geplant kurz nach 6 Uhr zur Startbahn rollen. Schon beim Startlauf war der Sturm zu merken, die Maschine schlingerte auf der Bahn hin und her, in der Luft war es dann zunächst nicht besser. Kurz darauf durchstießen wir die Wolken und das Wetter unten war vergessen. Während des Fluges gab es einen Joghurt und eine Flasche Wasser. Wir erreichten dann Nürnberg, hier war das Wetter etwas besser aber auch ungemütlich. Die Maschine stand auf einer Außenposition und im leichten Regen stiegen wir in den Bus, im Terminal angekommen, hieß es sich erstmal orientieren.

Ich musste ja nun erstmal durch die Passkontrolle, irgendwie war es schrecklich, hunderte Menschen auf einem Haufen, viel zu wenig Platz und das Einsteigen für den Weiterflug dauerte noch. Ich suchte mir in irgendeiner Ecke ein Plätzchen auf dem Fußboden. Gegen 8:30 Uhr, durften wir dann endlich einsteigen, das Terminal hatte sich in zwischen auch etwas geleert. Weiter ging es mit einer Boeing 737-800, die uns in knapp 4 Stunden nach Ägypten fliegen sollte. Der Service war sehr gut und die Zeit verging recht schnell. Irgendwann kam Ägypten in Sicht und der Anflug begann, kaum eine Wolke am Himmel und die Sonne schien.

Wir landeten auf dem Airport von Hurghada, wurden dann mit dem Bus zum Terminal gefahren und dort musste man sich dann erstmal so Marken fürs Visum besorgen, am billigsten ist es, wenn man es nicht über den Reiseveranstalter macht, aber dann muss man erstmal diskutieren, also brav dort die Marken geholt. Dann durch die Passkontrolle und das Gepäck gesucht, es standen hunderte Koffer rum, die Koffer aus Nürnberg waren auch schon da und vom Band geholt. In einer Ecke fand ich dann auch meinen Koffer. Hätte aber auch niemanden interessiert, wenn ich einen anderen Koffer mitgenommen hätte.

Vor dem Terminal wartete dann der Reiseleiter von ETI auf seine Touris, zeigte den Weg zum Bus und dort hieß es dann warten bis alle Gäste eingetroffen waren. Auf der kurzen Fahrt zum Hotel, dem Grand Resort in Hurghada, liegt in Sichtweite zum Flughafen aber kein Fluglärm, wurde dann das Geld für die Visa kassiert.

Im Hotel dann einchecken und mit der Keycard durchs halbe Hotel zum Zimmer, wie gewünscht, hatte ich ein Zimmer im alten und ruhigen Teil der Anlage. Tür auf und komisch, da liegen ja Sachen im Zimmer, hätte mich auch hier wieder wunderbar bedienen können. Sauer, mit dicker Winterjacke übern Arm und schon leicht schwitzend machte ich mich wieder auf den Weg zu Rezeption, bekam dann ein Zimmer ein paar Türen weiter und wieder den ganzen Weg zurück, nun musste ich noch auf mein Gepäck warten, wo jedoch die falsche Zimmernummer dranstand, konnte aber überzeugen, dass das mein Koffer ist.
 
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Das Zimmer und der Ausblick waren wunderschön, ebenso die gesamte Hotelanlage. Von dem was ich in Hurghada sonst so gesehen habe, kann ich das nicht behaupten. Das Grand Resort liegt nicht direkt am Meer aber auf der gegenüberliegenden Straßenseite kann man den Strand vom Grand Hotel mitbenutzen, ebenso die Einrichtungen dort. Das Essen im Hotel war immer lecker und das Büffet reichhaltig, da es im Hotel voll war, lernte man immer neue Leute kennen, mit denen man den Tisch teilen musste.

Die nächsten Tage verbrachte ich dann meist von morgens bis abends am Strand, in der Sonne war es warm aber der Wind war eisig und so musste man sich ständig drehen um nicht an einer Seite zu verkühlen. Einmal täglich war dann ein Bad im Roten Meer angesagt, sehr erfrischend, doch freute ich mich dann jeden Abend schon auf die heiße Dusche.

Bisschen Kultur wollte ich dann aber schon, der Tagesausflug nach Kairo mit dem Bus war mir zu anstrengend, mit dem Flugzeug zu teuer, also blieb nur der Ausflug nach Luxor, war aber auch schon ein Erlebnis. Mitten in der Nacht ging es los, zuerst zu einem Sammelpunkt und dann in einem riesigen Konvoi mit dutzenden Bussen durch die Wüste Richtung Nil. Bisher kannte ich nur Europa vom Urlaub, was ich hier schon aus dem Bus zu sehen bekam, machte mich schon etwas nachdenklich. Mit solcher Armut und Lebensbedingungen hatte ich ehrlich nicht gerechnet. Der Kochtopf übern Feuer, keinen Meter neben der Straße, Häuser verfallen, ohne Dach, Kinder spielen im Müll, die abgemagerten Tiere laufen frei durch die Ruinen und über die Straße. Ich brauchte etwas, um das zu begreifen.

Zunächst ging es in Luxor zum Karnak Tempel.
 
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Danach folgte ein Mittagessen auf einem Schiff, leider war der Nilblick verhängt. Dann ging es mit einer Feluke ein kurzes Stück über den Nil.
 
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Anschließend stand das Tal der Könige auf dem Programm, hier durfte man nicht wirklich fotografieren. Hätte ich jetzt schon gewusst, dass gerade zu der Zeit in Bonn die Tut Anch Amun Ausstellung ist, hätte ich das zusätzliche Geld ausgegeben um mir seine Grabkammer anzusehen, so war es mir das aber nicht wert. (Einen Monat später in Bonn habe ich ja dann einen Eindruck bekommen.)
 
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Nun stand noch der Hatschepsut Tempel auf dem Programm, bei dem Gedanken, dass hier 1997 58 Urlauber bei einem Anschlag am Fuße der Rampe umgekommen sind, wurde mir auch etwas anders.
 
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Bevor es nun zurück Richtung Hurghada ging, machten wir noch einen kurzen Fotostopp bei den Memmnonkolossen.
 
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Am späten Abend kamen wir dann wieder im Hotel an, überladen mit neuen Eindrücken aber auch bedrückenden Gedanken, schlief ich bald ein. Die verbleibende Zeit in Hurghada verbrachte ich noch am Strand, wusste ja nicht, wann ich so schnell mal wieder Sonne bekomme.

Am 27.1. war dann wieder Abschiednehmen angesagt, der Flug sollte zum Glück schon in der Früh kurz vor Neun gehen, denn normalerweise herrscht am Donnerstag ab Vormittag der Ausnahmezustand am Flughafen und nichts geht mehr, die Flüge haben Verspätung usw. Aus dem Bus ausgestiegen, wollte ich dann meinen Koffer holen, doch es war nur ein anderer über aber nicht meiner, also erstmal aus der Busladung den finden, der meinen Koffer hatte, war ein Blindfisch dann mein Kofferanhänger war deutlich zu sehen. So umging ich aber einen Teil der Warteschlange. Dann eingecheckt, wollte gucken welchen Sitzplatz ich habe, hab ich keine Bordkarte bekommen, nochmal zurück zum Schalter und ich bekam sie. Dann durch die Sicherheitskontrolle und auf einem der bequemen Plastikstühle niedergelassen bis endlich das Boarding begann.

Mit Air Berlin ging es zunächst bis nach Münster/ Osnabrück, Service war wie auf dem Hinflug, pünktlich landeten wird auch dort. Nun irgendwie wusste keiner was jetzt genau richtig ist, also erstmal alle Passagiere mit Ziel FMO aussteigen, Transit sollten drin bleiben. Also gewartet, irgendwann mussten wir dann doch raus, weil es wohl grad mal wieder eine neue Verordnung gab, dass Passagiere am ersten Flughafen der EU kontrolliert werden müssen und nicht am Endflughafen. Eigentlich war der Stopp in Münster nur 45 Minuten geplant, die Zeit war aber schon lange überschritten, bis endlich mal alles Handgepäck durchleuchtet und zunächst die Transitpassagiere und dann die mit Ziel Hurghada wieder einsteigen konnten. Auf dem kurzen Hüpfer nach Hamburg gab es dann eine Snacktüte mit Brötchen und Saftpäckchen. Mit Verspätung dann in Hamburg gelandet aber wenigstens war das Wetter hier inzwischen besser als die Woche zuvor.

Eine schöne und aufregende Woche war vorüber, ich nun endgültig vom Reisefieber infiziert und Sri Lanka konnte keine 3 Monate später kommen.
 
 
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